Architektin oder Schäferin auf Sardinien – auch das wollte Sabine Kunzer einst werden. Die Liebe zur Fotografie war stärker. Schon als Achtjährige knipst sie mit Leidenschaft, gemeinsam mit ihrem Vater. Ihm war es im Nachkriegsdeutschland nicht möglich, seine Familie
mittels Fotografie zu ernähren, als Schreiner schon. „Mach Du meinen Traum wahr“, ermuntert er die 18-jährige Tochter, die just am nächsten Tag von Neukirch aufbricht, um sich eine Lehrstelle zu suchen. In Ravensburg wird sie fündig und erlernt die analoge Fotografie.
Nach drei Jahren als Gesellin zieht es Sabine in die Welt. Sie fotografiert in London, weitere Jahre in München, ergänzt den Meister
und bildet sich in Psychologie fort. Passt nicht? Und ob: Denn um Menschen auf Bildern zum Scheinen zu bringen, muss man sie lesen können.

Authentische Zeitdokumente schaffen, ist Sabines Anliegen. Dass ihr das besonders gut gelingt, belegen zahlreiche Preise: darunter auch der Agfa European Portrait Award. Business- und Porträtfotografie sind Herzstück ihres Angebots im Fotostudio in Friedrichshafen, das sie seit fast dreißig Jahren führt. Wann immer die heute 59-Jährige Zeit hat, reist sie nach England. Dort findet sie inneren Frieden und
Landschaften, die etwas mit ihr machen, sagt sie. Mit Mischlingshund Lotte will sie noch den East West Coast Path begehen – 300 Kilometer Motive und Ruhe satt.

Text: Agathe Paglia

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